Spielbericht "Das Wirtshaus im Eberwald"

Theaterverein Markt Schwaben
Spielbericht "Das Wirtshaus im Eberwald"

Als räuberische Komödie war das Stück „Das Wirtshaus im Eberwald“ angekündigt, frei nach der Novelle „Das Wirtshaus im Spessart“ von Wilhelm Hauff und nach Oberbayern verlegt in den dunklen und großen Ebersberger Forst. Gespielt wurde am Kirchweiher in Markt Schwaben im Rahmen der berühmten „Weiherspiele“.  Als Verein mit einer normalen Saalbühne kann man sich nur die Finger lecken nach einer Bühne wie sie der Kirchweiher hat. Drei Schauplätze sind gleichzeitig aufgebaut und werden – je nach beginnender Dunkelheit – mit einer romantischen Beleuchtung versehen. Das Stück ist ein bunter Bilderbogen über eine Räubergruppe, die nur „anständig“ rauben will und deswegen andauernd am Hungertuch nagt. Daher plant man, eine Komtess mitsamt ihrer Begleiter zu entführen und Lösegeld zu verlangen. Die Komtess aber tauscht mit einem jungen Goldschmied auf Wanderschaft die Kleider und entflieht. Zuhause angekommen bittet sie ihren Vater um die Auslösung ihres Retters. Der geizige Graf will jedoch nicht bezahlen, und sein Freund, der General-Oberst, drängt auf eine militärische Befreiung der Gefangenen. Unterdessen überschlagen sich im Räuberlager die Ereignisse: Räuberbraut Babette träumt von einer Karriere als Tänzerin, Kaplan Benedikt beginnt zu missionieren, ein Räuber plant die Meuterei und dann taucht auch noch die Komtess wieder auf.

Der Theaterverein Markt Schaben hat die Komödie bravourös gemeistert. Das Stück wurde von Autor, Schauspieler und Regisseur Ferdinand Maurer geschrieben, Texte und Musik der Gesangseinlagen neu erstellt resp. komponiert und von den Sängern mit viel Können vorgetragen. Das Stück enthält immer wieder überraschende Wendungen, Liebesszenen werden mit Brüchen versehen und bringen den Zuschauer immer wieder zum Lachen, aktuelle Bezüge werden eingebaut. Die Regie spart nicht mit immer neuen Einfällen. Die Schauspieler meistern ihre Rollen mühelos. Allen voran, die beiden Räubergesellen Christian Jäger und Ferdinand Maurer, die durch das Stück führen und sich auch verantwortlich zeichnen für die musikalischen Einlagen (Text und Komposition), die freche Komtess (Sabine Bogenrieder) ihr geiziger Vater (Franz Hermannsgabner), die Räuberbraut Babette (Brigitte Knauer) und der Kaplan Benedikt (Hermann Bogenrieder), der nichts lieber tut als taufen. Nicht zu vergessen die bärbeißige Wirtin Rosi (Christa Hermansgabner), die immer wieder für Stimmung beim Publikum sorgt, und ihre schöne Tochter Camilla (Isabella Langmeier).

Wer einen lustigen und vergnüglichen Sommerabend verbringen will, der ist bei den Weiherspielen gut aufgehoben.

Die Weiherspiele, die von Josef Schmid vom Theaterverein Markt Schwaben im Jahr 1984 gegründet wurden, sind seit 2018 unter der neuen Leitung von Franz Stetter und Ferdinand Maurer. Die gespielten Stücke sind entweder selbst geschrieben oder für die Zwecke des Theatervereins umgearbeitet und mit Gesangseinlagen versehen. Zusätzlich verfügt der Verein mit dem Theater am Bürgerfeld über ein vereinseigenes Theater, das ganzjährig betrieben wird und in dem Eigenproduktionen und Gastspiele aufgeführt werden. Daneben wird das Theater auch vermietet. Der Verein umfasst 300 Mitglieder im Alter von 8 bis 84, 30 davon sind aktive Schauspieler.