Spielbericht: Es fährt kein Zug nach Irgendwo

D'Forstenriada - TSV Forstenried-München e. V.
Spielbericht: Es fährt kein Zug nach Irgendwo

Es war eine Realsatire auf die Deutsche Bahn, die im November 2025 beim TSV Forstenried gegeben wurde. Als Eintrittskarte fungierte ein Bahnticket, das nur nach Lochung gültig war. Tatsächlich erschien denn alsbald auch ein Schaffner, der die Bahntickets lochte. Kurze Zeit später wurden alle Bahnreisenden gebeten auszusteigen, da der Zug einen Betriebsschaden habe und abgeschleppt werden müsse. So landeten die Bahnreisenden in Einöd, einem gottverlassenen Nest, das noch nicht einmal über eine annehmbare Toilette verfügte. Diverse Bahnhofsdurchsagen weckten immer neue Hoffnung auf die Bereitstellung eines Ersatzzuges, der aber immer wieder verschoben wurde. Die Reisenden, ein bunt gemischtes Völkchen von trinkfreudigen Kegelclubschwestern, einer gestressten Managerin, einer abgedrehten Motivationstrainerin, einem eigenwilligen Verschwörungstheoretiker und weiteren Leidensgenossen verloren zunehmend die Façon, zumal es auch keinen Netzempfang und keine Taxis gab. Aber immerhin hätte es ein Heißgetränk oder bei Belieben ein kaltes Softgetränk gegeben, wenn - ja wenn es denn einen Kiosk gegeben hätte. Aber immerhin gilt der Gutschein ja für ein ganzes Jahr. Kommen die Reisenden doch noch irgendwie weg oder gehören sie schon bald zu den verlorenen und vergessenen Seelen an irgendwelchen Bahnhöfen der Deutschen Bahn?

Diese Frage beantworten die Forstenriada in ihrem diesjährigen Herbststück, sehr zum Vergnügen des Publikums, das solche Szenen aus dem Alltag bereits zu kennen schien und sich köstlich amüsierte.

Bretter, die die Welt bedeuten

Vor 47 Jahren, im August 1978, wurde die Theatergruppe d`Forstenriada neu gegründet und in den TSV Forstenried e.V. als Abteilung integriert. Verschiedene Spielorte wurden in den langen Jahren genutzt – Kirche-Wiederkunft des Herrn, Vereinsheim des TSV Forstenried, Waldheim, Maxhof, Bürgersaal Fürstenried, Forstgasthaus Hubertus und wieder zurück zum Bürgersaal Fürstenried, wo sie heute noch gastieren.

Gespielt werden hauptsächlich Komödien und Lustspiele verschiedener Autoren. In der Regel gibt es eine Saison im Jahr, in der die Akteure auf der Bühne stehen. Meist wird im November gespielt. Eine Saison erstreckt sich über 3 – 4 Monate, wobei mindestens 8 Wochen lang je 2-mal wöchentlich abends geprobt wird und im November die fünf bis sechs Aufführungen stattfinden. 

Die Abteilung hat über 20 langjährige und auch junge Mitglieder sowie einige zusätzliche Helfer, die uns unterstützen, sonst würde es nicht funktionieren.